Abenteuer Untertage… ein Besuch im Schröderstollen

Auf geht’s oder besser gesagt ab geht’s! Nämlich Untertage in den Schröderstollen. Der ehemalige über zwei Kilometer lange Erzstollen in Liebenburg ist an diesem Samstagvormittag mein Ziel. Denn ich bin auf dem Gelände mit Herrn Dützer, dem Inhaber des Stollens, verabredet. Offiziell besichtigen kann man den Stollen eigentlich nicht (was das Ganze viel aufregender macht finde ich!), aber man hat die Möglichkeit jeden Samstagvormittag ab 10 Uhr auf das Gelände zu kommen (mit oder ohne Voranmeldung) dort die Inhaber des Stollens zu treffen. Das sind Herr und Frau Dützer. Solange man Gummistiefel, schmutzunempfindliche Kleidung und (ganz wichtig!) Interesse mitbringt ist man herzlichen willkommen. Für einen Schutzhelm und eine Lampe für Untertage sorgen übrigens die beiden.

Das letzte Mal, dass ich Untertage war ist so ungefähr 10 Jahre her, dementsprechend gespannt und aufgeregt bin/war ich was mich erwartet.

In Liebenburg, oder besser gesagt Klein Döhren (da gibt’s es nämlich Parkmöglichkeiten) angekommen zieh ich mir meine Gummistiefel über und los geht‘s! Ich stampfe in Richtung Feldweg und stelle fest, dass Gummistiefel schon jetzt definitiv die richtige Wahl waren, da es auf dem Feldweg (auch wegen dem durchgehend schlechten Wetter) dementsprechend ziemlich matschig war. Schon nach fünf Metern auf dem Feldweg sah ich aus extrem matschig aus 😀 aber egal damit hab ich ja gerechnet…

Auf dem Gelände des Schröderstollens kann ich meine Verabredung, Herrn Dützer, noch nicht sehen, also schaue ich mich erst einmal auf eigene Faust um. Schon bei meiner Erkundungstour merke ich, dass das Gelände des Stollens wesentlich größer ist als ich dachte. Da ich bisher eigentlich noch nie so wirklich was über den Stollen gehört hatte, hatte ich keine genauen Vorstellungen gehabt wie lang der Stollen ist oder was dort abgebaut wurde und wie viel. Generell habe ich nicht so viel Ahnung von Bergbau, was mich aber zusätzlich dazu animierte über den Stollen und seine Geschichte mehr zu erfahren. Aber vorher nochmal kurz zurück zum Gelände:

Aber nochmal zurück zum Stollen: Es war schlammig und feucht, teilweise stand man sogar fast knietief im Wasser, überall lag Geröll und an den Seitenwänden hat man sogar den rohen, blanken Fels gesehen. Ich musste mich also ziemlich festhalten und aufpassen um nicht hinzufallen und mich somit komplett einzudrecken. Da der Stollen nicht komplett ausgebaut ist wurde der Weg nach ungefähr 500 Metern immer schlammiger und unwegsamer, auch stand das Wasser mit jedem Schritt ein wenig höher, darum drehten wir um und es ging wieder zurück an die Oberfläche. Hier fiel mir auch erstmal auf wie  schmutzig ich eigentlich geworden bin! Aber nicht so schlimm, ich hatte ja extra schmutzresistente Kleidung angezogen. Auch hab ich sofort angefangen zu frieren als wir wieder an der Oberfläche waren. Untertage ist es wesentlich wärmer gewesen, damit hätte ich nicht gerechnet! Herr Dützer erklärte mir dann auch das dass kein Hexenwerk ist, sondern einfach ganz normal wäre, dass es Untertage wärmer als Übertage ist. Wieder was dazu gelernt! Wir gingen wieder Richtung Bauwagen, wärmten uns noch kurz auf und unterhielten uns über dies und das. Als auch der Bauwagen irgendwann nicht mehr geholfen hat, habe ich mich verabschiedet, bedankt und bin nach Hause, in Richtung schöne, warme Badewanne gefahren…

Mein Fazit zum Schröderstollen: Absolutes Abenteuer, für Bergbau- und Stolleninteressierte! Auch wenn ich einen wirklich tollen Vormittag Untertage hatte, lege ich dieses Ausflugsziel trotzdem eher Menschen ans Herz die sich grundsätzlich für den (schienengeförderten) Erzabbau interessieren. Ein tolles Ausflugsziel ist der Schröderstollen auch für all diejenige, die früher mal Untertage gearbeitet haben… Also vielleicht ist der nächste Sonntagsausflug mit Oma und Opa ja schon so gut wie geplant 😉 …

 

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Bloggerin Christin Laubender

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