Frühlingserwachen im Schlossgarten!

Es blüht, es duftet, es wird Frühling! Das finde ich ganz wunderbar, denn der Frühling ist neben dem Sommer meine Lieblingsjahreszeit. Und das nicht nur, weil ich im April Geburtstag habe. Ich liebe es einfach zu sehen, wie langsam alles zum Leben erwacht. Wie die kleinen Knospen sich bilden, Blumen ihre Köpfe aus der Erde strecken und man so langsam wieder merkt, wie die Sonne jeden Tag mehr Kraft gewinnt… Einfach herrlich! Da ich selbst weder über einen Garten noch über einen Balkon verfüge, muss ich mich wohl aus meiner Wohnung bewegen, um etwas Grünes zu Gesicht zu bekommen. Die Wolfenbütteler Parks sind zwar wunderschön, allerdings kenne ich sie auch schon ziemlich gut.

Es musste also mal etwas Neues her. Durch mein Praktikum beim Nördlichen Harzvorland, bin ich natürlich immer top über unsere regionalen Sehenswürdigkeiten informiert. Somit war mein Ziel schnell festgelegt: „Das Schloss Ringelheim in Salzgitter“ sollte es werden!

Da ich den Tag nicht komplett alleine genießen wollte und mein Freund leider noch auf der Arbeit war, wandelte ich die ganze Aktion kurzerhand in einen „Mädchen-Frühlings-Ausflug“ mit meiner Schwester Marilena um. Wir fuhren von Wolfenbüttel aus los und hatten dank GoogleMaps keine Probleme, den Weg zu finden. Wir parkten im Dorf und machten uns dann auf, das Schloss Ringelheim zu finden. Das hatten wir nämlich von unserem Parkplatz aus noch nicht entdecken können.

Nachdem wir festgestellt hatten, dass es neben einem Bauernhof, auf dessen Gelände eine wunderschöne kleine Kapelle steht, auch eine alte Mühle gibt, wurden wir immer neugieriger und fragten uns, wo denn nun das Schloss stehe.

Endlich kamen wir zum Eingang des Schlossparks und ich freute mich wahnsinnig. Zu sehen war ein etwas größerer Bach. Flüsse, Bäche, Teiche… Völlig egal, ich liebe Wasser! Es macht die Landschaft einfach immer viel schöner, finde ich. Da bekomme ich direkt wieder Lust auf Kanu fahren und Baden im See… oh ich freu mich schon so auf den Sommer!

Das Schloss selber und auch der Park sind wunderschön. Allerdings ist es alles etwas – ich nenne es mal wild. Wild, aber auf eine schöne Art und Weise. Es ist ein sehr naturbelassener Garten. Das Schloss ist riesengroß und wenn man davor steht, sieht man einen tollen Eingang, der aus mehreren Terrassen und Treppen besteht, die in halbrunden Bögen nach oben verlaufen. Wir gingen ganz nach oben vor den Eingang, um uns einen Überblick über das gesamte Gelände zu verschaffen. Wow! Es war riesengroß! Und was ich noch gar nicht gesehen hatte: es gab einen kleinen See direkt vor dem Schloss. Noch wunderschöner! Jetzt ging es aber los, den Park zu erkunden. Wir liefen über einen kleinen Pfad in Richtung See, der uns durch einen verwunschenen Teil des Parks führte.

Hier spazierten wir unter der Trauerweide und am See entlang, bis wir zu einer alten Brücke kamen. Rechts neben der Brücke gab es wieder einen Pfad, der von unseren eigentlichen Weg wegführte… Aber das hat uns natürlich nicht davon abgehalten, diesen Weg auch zu erkunden. Gesagt, getan!

 

Wir sind auf einem Fahrradweg gelandet, der direkt an einem Fluss entlang führte. Wir stellten fest, dass man auch hier unter Trauerweiden hindurch radeln kann. Im Fluss gab es dann noch so eine Art Insel, auf der Bäume wuchsen. Es sah aus wie im Wunderland mit den Bäumen im Wasser und der alten Steinbrücke. Trotz aller Neugier, sind wir am Ufer geblieben. Wir wollten es nicht riskieren, in den Fluss zu fallen und das wäre zu 100% passiert, wenn einer von uns versucht hätte, darüber zu klettern! Weiter ging es dann aber wieder auf unseren normalen Pfad. Erst jetzt fiel mir auf, wie schön die Brücke eigentlich war. Früher muss sie ganz weiß gewesen sein, jetzt ist sie mit Moos bewachsen und sieht ein bisschen magisch aus.

So langsam verwandelte sich der Park in einen kleinen Wald. Als wir um die nächste Ecke gebogen sind, standen wir auf einmal vor einem Meer aus weißen kleinen Blümchen, wie sie jetzt überall in den Wäldern zu sehen sind. Es war so schön! Es kam mir einfach immer mehr und mehr so vor, als würde ich durch einen Märchenwald spazieren, wo gleich hinter der nächsten Ecke eine kleine Elfe sitzt…

Es gab viele Wegabzweigungen und somit auch gefühlte 20 Möglichkeiten, wie man gehen konnte. Scheinbar haben meine Schwester und ich intuitiv immer den richtigen Weg gewählt, denn am Ende kamen wir wieder am Schloss an. Vielleicht haben wir beide auch einfach nur einen extrem starken und gut ausgeprägten Orientierungssinn… Es war wahrscheinlich doch eher Zufall. Aber jetzt noch einmal kurz zurück zur Geschichte, die ich am Anfang erwähnte hatte…

Irgendwann fragte ich mich dann, einfach nur so aus Zufall: Hm, wo sind eigentlich meine Autoschlüssel? Kurz in den Hosen- und Jackentaschen geguckt. Nix. Hm, dachte ich mir, die werden wahrscheinlich irgendwo unten in meinem Rucksack sein… Gut, dass ich nicht im Rucksack geguckt habe, sonst wäre ich wahrscheinlich in Panik verfallen. Was ich zu dem Zeitpunkt nämlich noch nicht wusste war, dass ich meinen Autoschlüssel tatsächlich verloren hatte! Und zwar auf einer Wiese zu Beginn unseres Spazierganges.

Am Weg entlang gab es eine Reihe von Laternen, die im Dunkeln bestimmt alles nur noch schöner aussehen lassen würden. Mitten in dem Wald, gab es sogar einen Sumpf. Hier hab ich schon die ersten Libellen in diesem Jahr gesehen – der Sommer ist dann bestimmt auch schon bald da!

Wir machten uns mit dem Auto wieder auf in Richtung Heimat und dabei fragte ich mich, was man im Schloss selbst noch machen kann, denn dort darf man leider nicht rein. Als ich wieder zu Hause war, begann meine Internetrecherche. Das Schloss gehörte ehemals den Reichswerken, danach der Stadt Braunschweig und nun ist es im Privatbesitz. Übrigens fand ich bei meiner Recherche auch heraus, dass es sich bei dem Bauernhof und der Kapelle eigentlich um ein alten Gutshof und einen Taubenturm handelte.

Fazit: Eigentlich wirklich schade, dass man die Räumlichkeiten im Schloss nicht anschauen kann, aber der Schlosspark ist trotzdem wunderschön und auf jeden Fall einen Besuch wert. Ob mit der ganzen Familie oder ganz romantisch mit seinem Freund oder der Freundin. Es lohnt sich, einen Spaziergang durch den Park zu machen,  solange das Wetter noch nicht zu warm ist und die wunderschönen Osterblumen überall zu sehen sind.

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