Frühlingsspaziergang im Steinbruch Ostlutter

Ostern stand vor der Tür und damit auch ein paar entspannte Tage, die ich zusammen mit meinen Freund genießen konnte. Da wir (zum Glück) für das ganze Wochenende keine besonderen Unternehmungen geplant hatten und laut Wetterbericht zumindest der Karfreitag der einzige regenfreie Tag sein sollte, ergriffen wir die Chance und planten einen Spaziergang. Den Oderwald kennen wir schon so gut wie auswendig und deshalb wollten wir ein ganz neues Gebiet erkunden. Nach kurzem Überlegen fiel mir dann ein, dass ich letztes Jahr im Heimatmuseum in Lutter am Barenberge zu Besuch war und mir dort von dem Steinbruch in Ostlutter erzählt wurde. Aber angesichts dessen, dass ich dieses Mal nicht alleine war, stand das Ziel fest und es ging los!

Von Wolfenbüttel aus starteten wir nach Ostlutter.  ist es schon ein kleiner Weg. Da ich zum einen sehr gerne Auto fahre und zum anderen die Strecke einfach wunderschön ist vergeht die Zeit quasi wie im Flug. Von Schladen nach Gielde kommt man am kleinen Örtchen Werlaburgdorf vorbei. Schaut ihr nach links erkennt ihr die Kaiserpfalz Werla. Gerade jetzt im Frühjahr, wenn alles anfängt zu blühen, ist sie ein Besuch wert.

Wie schon erwähnt finde ich die Strecke einfach wunderschön und konnte natürlich nicht widerstehen ein paar Fotos für euch zu machen…

Als ich im letzten Jahr im Heimatmuseum in Lutter am Barenberge war, bin ich ohne es zu wissen, am Parkplatz, der zum Steinbruch führte vorbeigefahren. Das Heimatmuseum in Lutter am Barenberge ist übrigens auch ein tolles Ziel für einen Ausflug! Hier gibt es spannende Geschichten zum Dreißigjährigen Krieg oder zum damaligen Dorfleben. Verschiedene Ausstellungsräume und so macht man eine kleine Zeitreise von „Omas Backstube“ bis in ein Wohnzimmer im Stil der 70iger oder 50iger Jahre. Der Eintritt ist frei und Führungen werden jederzeit nach Absprache Angeboten. Natürlich gibt es hier auch einen Ausstellungsraum zum Sandsteinbruch in Ostlutter, der heute unser Ziel war. Hier geht’s zu meinem Blogeintrag über das Heimatmuseum.

Wir haben wieder an der kleinen Gaststätte „Dorfkrug“ geparkt, von dort aus sind wir dann die Straße Töpferreihe bis zum Wald hoch gelaufen. Das ist vielleicht auch gar nicht so verkehrt, wenn man direkt vor einem Restaurant parkt. Denn nach dem Spaziergang kann man sich im „Dorfkrug“ oder einen Kilometer weiter in Lutter, im „Barenberger Hof“ oder im Restaurant „Blickpunkt“, stärken. Wenn der Weg in den Wald hineinführt, teilt er sich in zwei. Links geht es dann zum Steinbruch. Aber ich bin mir sicher auch Schilder gesehen zu haben  Also keine Angst: Verlaufen wird sich hier keiner!

Man geht also ein kleines Stück den Weg runter und schon nach wenigen Metern gab es die erste Überraschung: Waldmeister!

Die nächste Überraschung wartete allerdings schon hinter der nächsten Ecke: ein kleiner Vorgeschmack auf den Steinbruch! Große, mit Moos bewachsene Klippen! Wir mussten zwar zehn oder zwanzig Meter vom Weg abgehen, dafür haben sich die dreckigen Schuhe, die wir danach hatten, aber auch gelohnt. Je weiter wir in den Wald hineingingen desto mehr und größer wurden die Klippen, die inzwischen den Weg auf beiden Seiten säumten.

Kleiner Nervenkitzel am Rande, schon mal vor solch großen Steinen gestanden und fünf Meter in die Tiefe geblickt?

Besonders schön fanden wir, dass es überall kleine Wege gab, die in den Wald hineinführten und wirklich sehr einladend aussahen. Wir kamen auf eine kleine Freifläche die früher wohl mal zum Steinbruch dazugehört haben musste. Hier stand ein altes verlassenes Gebäude, welches auf jeden Fall seine besten Jahre hinter sich hatte und somit alles ein bisschen gespenstisch wirken ließ. Der Steinbruch wurde übrigens 1952 stillgelegt und war in der Gegend für seinen Hilssandstein bekannt, welcher typisch für die Region Südostniedersachsen ist. Allerdings wurde der bekannte Sandstein nicht nur im ehemaligen Schloss Braunschweig oder der Herzog August Bibliothek verbaut, er hat es sogar bis nach Berlin geschafft! Rechts kam dann ein Schild auf dem „Steinbruchweg“ stand und somit den eigentlichen Eingang zum Steinbruch markierte. Hier gab es natürlich auch eine Stempelstation! Und für alle, die noch keinen Wanderpass haben, einfach mal in den örtlichen Tourist-Infos oder in den Gemeindeverwaltungen vorbeischauen – da könnt ihr euch einen abholen.

Neben der Stempelstation stand es sogar noch ein Warnschild, dass man nicht zu weit an die Klippen herangehen soll. Aber zum Glück gab es überall, wo es tief hinab ging einen Holzzaun zur Sicherheit. Wir waren ganz alleine dort und konnten die Ruhe richtig genießen. Und natürlich auch die wunderschöne Landschaft! Der mit moosbewachsene Holzzaun und die tiefen Schluchten, in denen sich das Licht über die Landschaft und die schon vor einer ganzen Zeit herabgefallenen Stämme streute,  sah wirklich magisch aus. Wir fühlten uns ein wenig wie kleine Abenteuer, die unbekanntes Land erkundeten… Für alle leidenschaftlichen Camper und Entdecker habe ich an dieser Stelle noch einen kleinen Geheimtipp: Denn von Anfang Mai bis Mitte September- kann man nach vorheriger Absprache im Steinbruch zelten! Wie oft hat man schon die Möglichkeit, in einer solch atemberaubenden Kulisse eine Nacht zu verbringen? Wir gingen noch ein Stück weiter bis der Zaun im Boden verschwand und auch die großen Felsen und kleinen Klippen sich langsam auflösten. Da wir nicht genau wussten, wo wir landen würden, wenn wir dem Weg gefolgt wären, entschlossen wir uns wieder umzudrehen und uns auf den Rückweg zu machen. Das Timing war perfekt: Grad als wir uns umdrehten fing es leicht an zu nieseln und auch die Sonne verabschiedete sich von dem einen auf den anderen Moment. Wir gingen also zurück zum Auto  – aber natürlich nicht ohne noch ein bisschen Waldmeister zu pflücken. Zurück am Auto kam dann doch noch ein ordentlicher Regenschauerschauer – Glück gehabt! Wir waren ziemlich zufrieden mit unserem kleinen Feiertagsspaziergang im Grünen

Fazit: Absolut tolle Gegend um Lutter am Barenberge und Ostlutter herum! Allerdings solltet ihr bedenken, dass man schon mindestens eine Stunde einplanen sollte, um wenigstens einen kleinen Einblick in den Steinbruch zu bekommen. Insgesamt sind wir gar nicht so weit gegangen: Von der Gaststätte „Dorfkrug“ bis zum Schild „Steinbruchweg“ sind es etwa zwei Kilometer. Wer seinem vierbeinigen Freund mal eine Freude machen will, sollte den Wald in Ostlutter auf jeden Fall besuchen und auch Radfahrer oder Mountainbiker werden hier auf ihre Kosten kommen.

Das Heimatmuseum in Lutter am Barenberge, ein tolles Ziel für die ganze Familie!

Wer im Steinbruch zelten will sollte mal hier vorbeischauen!

Auf der  Kaiserpfalz Schladen-Werla ist es grad jetzt im Frühling  besonders schön…

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