Gänsejagd und Bienenzucht im Nördlichen Harzvorland – Regionale Produkte aus Barnstorf

Mitte Oktober war ich zu Gast bei Christopher und Nina. Die Beiden haben in Göttingen Agrarwissenschaften studiert und sich dort kennen gelernt. Jetzt bewirtschaftet Christopher zusammen mit seinem Vater den elterlichen Betrieb in Barnstorf. Nina arbeitet ebenfalls in der Agrarbranche, nämlich bei der Zuckerfabrik in Schladen. Die beiden wohnen zusammen in Fümmelse und haben dort mit ihrer Roten Truhe einen kleinen „Selbstbedienungshofladen“. Ihren Honig kennt man bereits als #barnstorferhonigbeute aus der aktuellen Geschenkebox des Nördlichen Harzvorlandes und die #wolfenbüttelerweidegänse kann man ebenfalls schon bei Instagram betrachten.

 

Eigene Ideen mit Kürbis, Kartoffel und Co.

Während wir über die Gänseweide schlendern, bekomme ich jede Menge Infos über den Hof. Die Landwirtschaft gehört noch Christophers Vater und der Betrieb ist voll auf Ackerbau ausgerichtet. Angebaut werden Weizen, Zuckerrüben, Raps, Mais, Gerste, Hafer und Dinkel. Nina und Christopher haben aber auch eigene Ideen für die Landwirtschaft, die sie bereits jetzt gerne ausprobieren. Christopher erklärt:

2016 haben wir auf einem Stück Acker damit begonnen ein paar Kürbisse und Kartoffeln für uns anzubauen, das ist dann aber ganz schön ausgeufert. Wir hatten sehr viele Hokkaido-Kürbisse und wussten gar nicht, was wir mit denen machen sollten. Dann kam uns die Idee, die Kürbisse in Fümmelse/Wolfenbüttel (Nina und ich wohnen dort) über einen kleinen Selbstbedienungshofladen zu vermarkten.

Das wurde sehr gut angenommen und die Kürbisse gut verkauft. Von dem Erlös haben Nina und Christopher dann Anfang des Jahres 2017 Saatgut gekauft, damit ein bisschen mehr Vielfalt auf dem Acker herrscht. Die Beiden haben viele verschiedene Kürbissorten ausprobiert: Hokkaidos, Halloween-Kürbisse, Butternut, Zierkürbisse, Blaue Kronprinzen und Bischofsmützen. Außerdem haben sie verschiedene Kartoffelsorten ausprobiert: „Belana“, „Rosa Tannenzapfen“, eine rote Kartoffel „Cayenne“ und eine englische weiße Kartoffel „King Edward“.

Ich als Laie bin fasziniert von den ganzen Sortennamen und könnte mir nie alle merken. Für die beiden studierten Landwirte ist das aber kein Problem. Mir gefällt, dass die beiden sich Gedanken um die Artenvielfalt machen und hoffe, dass die Beiden mit ihren neuen Ideen erfolgreich sind.

 

Ein zweites Standbein mit Weidegans und Biene

Nina und Christopher hatten schon lange den Traum Gänse in Freilandhaltung aufzuziehen. Im Winter 2016/17 haben sie die Wiese ihrer Nachbarn und einen Stall gepachtet und dort Ende Mai 2017 die drei Wochen alten Gänse eingestallt. Nina lässt die schnatternden Gänse aus der Umzäunung und erzählt:

Nun sind sie seither schon schön gewachsen und fühlen sich auf der Wiese sichtlich wohl. Morgens, wenn sie raus gelassen werden laufen sie erst einmal alle über die Wiese und freuen sich. Dann fangen sie sofort an das frische Grün zu fressen. Zu Fressen haben die Gänse tagsüber das Gras auf der Wiese, ihr Abendbrot bekommen sie dann im Stall, dort gibt es eine Mischung aus Hafer, Weizen, Mais und Erbsen.

Während wir dem Gänseschnattern ausweichen, erfahre ich, dass der Weizen und der Hafer auf dem eigenen Betrieb angebaut werden. Der Mais kommt aus Hachum (ca. 15 km entfernt) und die Erbsen werden aus dem Landhandel bezogen. Nina und Christopher haben sich ganz bewusst gegen Soja entschieden, weil sie zum einen gentechnikfrei und zum anderen nur Futter aus der Region füttern wollten. Die Gänse sind auch im Internet auf Instagram unter #wolfenbüttelerweidegänse zu sehen, dort kann man während der ganzen Aufzucht seit Ende Mai die Entwicklung der Gänse begleiten.

Habt ihr schon von der #barnstorferhonigbeute gehört? Christopher und Nina imkern auch. Seit 2017 verkaufen den Honig. Begonnen haben sie damit 2015 und sich seitdem auf sieben Bienenvölker vergrößert.

In Barnstorf sammeln die Bienen im Frühjahr Pollen und Nektar aus dem Raps und im Sommer haben wir hier sehr viele blühende Linden. Der Honig schmeckt dann so wie die Region aus der er kommt, einfach lecker. Die Bienen werden überwiegend in Holzbeuten gehalten, dass entspricht der Natur, finden wir. Bilder auch auf Instagram unter #barnstorferhonigbeute.

Besuchen könnt ihr den kleinen Hofladen in Fümmelse in der Untern Dorfstraße 24, dort bekommt ihr Kartoffeln und bis Ende Oktober auch noch Kürbisse. Den Honig bekommt ihr an der Tür in Fümmelse oder in der Bäckerei Fischer in Barnstorf. Die Gänse werden am 04.12.2017 geschlachtet und können dann abgeholt werden. Bestellungen können bis 15. November aufgegeben werden, unter der Telefonnummer, Nina: 0176-24919173 oder Christopher: 0176-30327730 oder per Mail: christopherruhe@gmx.de

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