Jägerbomb! – der bekannten Kräutermischung aus Wolfenbüttel auf der Spur

Wolfenbüttel und Jägermeister, das gehört einfach zusammen! Und da ich schon immer hier in Wolfenbüttel lebe und selbstverständlich auch schon das eine oder andere Mal einen (natürlich eisgekühlten) Jägermeister genießen durfte, ist es keine Frage, dass ich den Jägermeister-Montag ausprobieren muss!

Los ging’s um 10.30 Uhr in der Eingangshalle des Jägermeisterhauptsitzes. Dort warteten schon die anderen Teilnehmer der Führung und die nette Dame im Jägermeisterkittel, die – so stellte sich heraus – unsere Werksführerin war. Die Teilnehmer vertraten so gut wie jede Altersklasse: ein junges Pärchen, die „Mitte 40iger“, aber auch Oma und Opa waren am Geheimnis der 56-Kräuter interessiert. Ein Stockwerk höher gab es Infos zu den verschiedenen Flaschenformen, -größen und –designs. Wusstet Ihr, dass die Jägermeisterflasche nicht immer so eine unverwechselbare Erscheinung hatte, sondern dass es ein langer Weg dahin war?

Herr Mast hatte damals, als es um die Wahl der richtigen Flasche ging, eine Technik entwickelt, um die Flaschen auf ihre Stabilität zu testen: Er stellte sich auf einen Stuhl und warf die verschiedenen Flaschen zu Boden!

Am stabilsten war die heute bekannte rechteckige Flaschenform. Daneben hing eine große Weltkarte, auf der zu sehen war, dass „unser“ Jägermeister in über 90 Länder weltweit importiert wird (und nein, die Deutschen sind tatsächlich nicht Hauptkonsumenten des leckeren Kräuterlikörs!).
Nachdem wir einen Film zum Konzern Jägermeister gesehen haben, ging’s dahin, wo der unvergleichliche Geschmack jeden Tag aufs Neue erforscht und verbessert wird: ins Labor.

Hier entstehen übrigens auch neue leckere Varianten des Kräuterlikörs, wie zum Beispiel die „Winterkräuter“-Variante, die  speziell zur Adventszeit, als kleines Schmankerl für Weihnachten, auf dem Markt kam. Für den Rest der Führung mussten wir in Einwegkittel schlüpfen und uns Schutzhauben aufsetzten. Dann ging es ins Herz des Werkes: zur Produktion, in die Schnapslagerung und in die Mischanlage. Eine Etage tiefer werden Eichenfässer mit bis zu 21.000 Liter Jägermeister gelagert! Ein Jahr lang wird der Jägermeister in den Holzfässern gelagert, bevor er weiter verarbeitet werden kann. In einem separaten Raum waren 20 der insgesamt 56 Kräuter, Wurzeln, Blüten und Früchte ausgestellt. Man konnte beherzt in die Kräuter greifen, an ihnen reiben und somit die Aromen genießen, die dabei freigesetzt werden. Mit am besten hat mir Liebstöckel gefallen – habe ich vorher auch noch nie gerochen. Auch stand ein Gläschen von dem Jägermeister Grundstoff dort, probieren sollte man diesen allerdings nicht, denn durch seine hohe Konzentration, schmeckt er ziemlich bitter.

Das echte, einzigartige und streng geheime Rezept mit allen 56 Jägermeisterkräutern kennt übrigens nur eine Hand voll Menschen.

Da man sich aus hygienischen Gründen die Abfüllung des Likörs in die Flaschen nicht ansehen durfte, hat uns unsere Werksführerin einen detaillierten Film über das Verfahren gezeigt. Abgefüllt wird der gute Likör übrigens auch in Wolfenbüttel, im Ortsteil Linden. Zu guter Letzt gab es dann noch eine kleine Präsenttüte mit einem Jägermeister Blumenkranz, einem Gruppenfoto (das wurde vor der Führung in der Eingangshalle geschossen) und, selbstverständlich, einer kleinen Flasche Jägermeister! Die Stadtführerin erwartete unsere kleine Gruppe schon vor dem Werk, um uns freundlich in Empfang zu nehmen und zum Restaurant „ Da Giovanni“ zu begleiten. Denn jetzt hieß es erst einmal: Mittagessen!

Und was durfte beim Italiener zum Mittagsbuffet natürlich auch nicht fehlen? Na klar, der eisgekühlte Jägermeister!

 

Für all diejenigen, die sich nach dem Gaumenschmaus noch bewegen konnten, ging es weiter durch die Altstadt Wolfenbüttels. Vom Kornmarkt über den Stadtmarkt, an der Herzog August Statue und dem Bankhaus Seeliger vorbei, ging es in Richtung Klein Venedig. Wie ich finde einer der schönsten Plätze hier in Wolfenbüttel. Die Blumendie Oker, dazu noch die Fachwerkhäuser und die Liebesschlösser von verliebten Pärchen. Allerdings könnte man Klein Venedig auch in „Klein Amsterdam“ umbenennen, da es ziemliche Ähnlichkeit mit der holländischen Hauptstadt hat. Weiter ging es in Richtung Schloss mit einem Abstecher zum schmalsten Haus Wolfenbüttels. Beim Schloss wurde uns erzählt, dass nicht alle Fenster des Schlosses echt wären. Damals hätte man einige der zahlreichen Fenster bloß aufgemalt! Zu guter Letzt wurden wir über die Straße an der Herzog August Bibliothek vorbei geführt, bis wir uns vor dem alten Mast Stammhaus, gegenüber dem ehemaligen Hertie Hauses, in dem der Jägermeister früher gebrannt wurde, verabschiedeten.

Mein Fazit: Interessant, lecker und einmalig! Durch die Werksführung hat man einen tollen Einblick in die Produktion und den Konzern Jägermeister bekommen. Das Essen beim Italiener rundet den ganzen Vormittag ab und macht die Führung zu einer kulinarischen Gaumenfreude. Auch der „Verdauungsspaziergang“ durch die Altstadt tut nicht nur gut, wenn man voll gegessen ist, man bekommt auch noch viele interessante Aspekte und Information über Wolfenbüttel. Also wer Interesse an Jägermeister hat und dazu noch gutes Essen schätzt, für den ist der Jägermeister-Montag absolut empfehlenswert! Aber auch für alle Uninteressierten: Es lohnt sich die Führung mitzumachen (und das nicht nur wegen des guten Essens)!

  • Kosten für den Jägermeister-Montag liegen bei 19,50€ p.P.
  • alle Infos und Anmeldung erfolgen über die Touristinfo in Wolfenbüttel am Stadtmarkt
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