Willkommen in der Lucklounge!

„Ich grüße alle Nachbarn, Freunde und Liebhaber … der Musik“ – Wilkommen in der Lucklounge!

Nachdem das Schlucklum 1997 geschlossen wurde stand es lange Zeit leer und sollte sogar zu Eigentumswohnungen umgebaut werden. Viele Jazzlegenden hatten im Schlucklum einen Zwischenstopp auf ihren Weg nach Oben. Das Schlucklum war bekannt und dass weit über die Grenzen des Braunschweiger Landes hinaus. Ich muss natürlich ehrlich sein und zugeben das ich viel zu jung bin um jemals im Schlucklum gewesen zu sein aber ich liebe Musik und so fand ich den Artikel über die Neueröffnung des Schlucklums auf Anhieb interessant. Deshalb habe ich mir ganz kurzfristig am Sonntagnachmittag meine Mutti (die früher selbst im Schlucklum war) geschnappt und bin mit Ihr zur Eröffnung der Lucklounge gefahren.

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Ziemlich durchgefroren wurden wir von Herrn Worbes an der Tür der Lucklounge begrüßt und der erste Eindruck war sofort sehr gut denn in dem Saal war es mollig warm, das lag übrigens an einem sehr schönen antiken Ofen. So einen bräuchte ich Frostbeule für zu Hause auch. Dann fragte uns Frau Worbes ob wir Karten reserviert hatten – „Oh, Oh“ dachte ich erstmal. Da die ganze Aktion sehr spontan war hatte ich natürlich keine Karten reserviert, war aber auch nicht schlimm denn es waren noch ein paar wenige übrig. Nachdem wir uns an den Snacks die auf den Tischen standen bedient hatten suchten wir uns einen Platz, sogar in der ersten Reihe, direkt hinter dem Pianisten. Dann wurde das Licht gedimmt und Herr Worbes kam nach vorne um paar Worte zur Eröffnung und zur Renovierung der Lounge in die er, seine Familie und Freunde sehr viel Herzblut gesteckt haben, zu sagen.

 

„Ich grüße alle Nachbarn, Freunde und Liebhaber … der Musik“

 

Als Herr Worbes noch einmal auf die Renovierung zu sprechen kam, viel mir ein das er in dem Artikel die Bodendielen erwähnte, die er nachdem der Bildhauer der vorher im dem Saal arbeitete 2008 auszog, erst einmal ordentliche abschrubben musste. „Erst waren da Gips und Staub, darunter kam Schwarz zum Vorschein und danach kamen die Holzdielen zum Vorschein“. Schon beim Lesen des Artikels dachte ich mir „okay das musst du dir auf jeden Fall anschauen“. Die Bodendielen waren blankpoliert und wirklich sehr schön. Genau wie der Rest der Lucklounge im Übrigen. An der Decke hingen Diskokugeln und in der Mitte der Lounge stand ein schwarzer Flügel. Alles war sehr schlicht und elegant aber trotzdem sehr gemütlich. Die Renovierung hat schließlich einige Jahre gedauert und war wahrscheinlich auch nicht billig.

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Herr Worbes, der heute übrigens Professor für Architektur ist, erzählte das er früher als Student oft ins Schlucklum kam und dort seine Abende verbrachte. Als er vom bevorstehenden Schicksal des Schlucklums hörte kauften er und seine Frau den Saal samt Haus und zogen 2007 nach Lucklum. Nach und nach hat die Familie Worbes zusammen mit zahlreichen tatkräftigen Nachbarn, die später zu Freunden wurden den Saal renoviert. So gut wie alles musste erneuert werden. Das Dach wurde neugedämmt, Strom- und Wasserleitungen neu verlegt, die Badezimmer erneuert… eine komplette Kernsanierung also! Anfang des Jahres 2013 war die Arbeit geschafft und die Einweihung im Kreis der Familie, Freunde und Helfer war die erste Feier seit Jahren die im alten Saal stattfand. Viele Leute zeigten Interesse an dem Saal und fragten immer wieder ob man diesen mieten könnte. Herr Worbes fand die Idee sehr gut und sorgte somit dafür das Lucklum nun, neben der Wegwarte und dem Rittergut, einen dritten Eventsaal hat: die Lucklounge! Aber warum Lucklounge? Das konnte Herr Worbes ganz einfach erklären. Zum einen findet sich der Name des Ortes wieder und zum anderen, was noch wichtiger war, bei der der Taufe der Lounge, fand Herr Worbes es vermessen den Saal einfach wieder Schlucklum zu nennen. Ich finde den neuen Namen auf jeden Fall sehr passend.

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Am Ende seiner „Rede“ (eine richtige Rede war es eigentlich nicht aber ein paar sehr nette Worte zur Eröffnung) bedankte er sich als erstes, beim Bauordnungsamt Wolfenbüttel und betonte dabei die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung. Auch bei der Samtgemeinde Sickte und der Gemeinde Ekerode und nicht zu vergessen: die Helfer die dafür sorgten das an diesem Abend der Flügel an Ort und Stelle stand. Im gleichen Atemzug fragte er auf diesem Wege, ob jemand Interesse hat, am nächsten Tag beim Abbau des Flügels zu Helfen. Dabei war er allerdings nicht sehr erfolgreich. Alle lachten zwar aber gemeldet hat sich letztendlich keiner 😀

Daraufhin erfüllte er natürlich noch seine Pflicht als Mitveranstalter und wies uns auf die sehr offensichtlichen Fluchtwege hin. Wichtigste Info bei der Sicherheitsbelehrung:

Es gibt keine Beatmungsmasken die von der Decke fallen.

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Dann begann der Pianist zu spielen und die Sopranistin kam in einem funkelnden roten Abendkleid herein und begann zu singen. Ich war früher öfters in Opern, da ich mal ein Praktikum beim Staatsorchester Braunschweig gemacht habe. Aber in so einen, verhältnismäßig, kleinen Raum wie der Lucklounge war die Akustik unglaublich! Ich war wirklich baff. Dann kam noch ein Tenor hinzu und die beiden spielten so eine Art kleines Theaterstück, passen zum Text des Liedes das sie gerade sangen. Aber ich muss ehrlich sein und zugeben das ich die Lieder leider alle nicht kannte, zumindest nicht den Titel!

 

 

Fazit: Gelungene Neueröffnung einer Legende des Braunschweiger Landes! Es war ein wunderschöner Nachmittag. Sowohl die Musik als auch die Atmosphäre der Lounge fanden wir sehr einladend und werden es für die nächste größere Familienfeier im Hinterkopf behalten 😉

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