Das Reitlingstal – kleine Auszeit vor der Haustür

Ihr habt Lust auf eine sommerliche Landpartie mit Freunden oder Familie? Das Reitlingstal im Elm ist der Ort, an dem alles möglich ist: sich stimmungsvoll unter uralten Bäumen das Jawort geben, bei Livemusik und einem Drink den Sonnenuntergang genießen, eine Feier mit Wohlfühlfaktor für alle Generationen und stilvolle Übernachtungen in ruhiger Abgeschiedenheit.

Drei Veranstaltungsorte laden am und im Elm zum Feiern und Genießen inmitten beinahe unberührter Natur ein. Da ist einmal das Rittergut Lucklum. Hier treffe ich Leona Finke und Cläre Lindenmaier. Die beiden Damen arbeiten für die EventGut Lucklum GmbH und Co KG und sind für Veranstaltungen und Übernachtungen auf dem Rittergut sowie für den Café-Betrieb zuständig.

Feiern auf dem Rittergut Lucklum

Ich erfahre, dass das Gut äußerst beliebt bei Brautpaaren ist. Schließlich steht hier mit der Ordenskapelle des Deutschen Ordens ein Gotteshaus für kirchliche Hochzeiten zur Verfügung. Für freie Trauungen unter blauem Himmel bietet sich der weitläufige Hof des Rittergutes an.

Den Sekt nimmt das Brautpaar mit den Gästen anschließend gerne im Schatten der Kastanien zwischen den einzelnen Flügeln des historischen Gutshofes. Hier gibt es Sitzgelegenheiten für etwa 50 Personen. Doch wer wird schon sitzen wollen, wenn quer über den Hof die Wabe plätschert und die Pferdeschwemme dazu einlädt, die Füße zu kühlen? Plantschen ist hier zur Freude der Kinder erlaubt und gefahrlos möglich. Das ReitGut, das ebenfalls auf dem Gutsgelände angesiedelt ist, bietet auf Wunsch Ponyreiten für die Gäste an.

Auch Führungen über das Rittergut werden zur Zerstreuung der Gäste gerne in Anspruch genommen. Die Historikerin Dr. Elisabeth Vorderwülbecke zeigt den Besuchern das Gutshaus mit dem Rittersaal und lässt an Originalschauplätzen die bald 800-jährige Geschichte des Guts aufleben. Schließlich war die Landkommende Lucklum ein bedeutender Standort des Deutsch Herrenordens – bis zu seiner Säkularisierung durch Napoleon I im Jahr 1809. So wurde Lucklum zum Rittergut.

Die schönsten Hochzeitsbilder entstehen übrigens im denkmalgeschützten englischen Landschaftspark der Kommende Lucklum. Dieser Bereich hinter dem Gutshaus ist nicht öffentlich zugänglich, darf aber für Fotosessions genutzt werden. Wie in einem Garten dieser Art üblich eröffnen sich auf Schritt und Tritt neue Einblicke, die eine romantische Kulisse für Hochzeitbilder abgeben.

Zum Essen und Weiterfeiern bietet sich der historische Kuhstall an. Rund 100 Gäste finden hier Platz. Hinzu kommen bei Bedarf 40 bis 50 Plätze im rustikalen Ambiente des Hofcafés. Zur Bewirtung der Gäste mit Speisen wählen die Gastgeber ganz nach Geschmack ein Cateringunternehmen aus. Service, Getränke und Ausstattung des Festsaals beispielsweise mit Tischdecken können bei EventGut hinzugebucht werden.

Das Café öffnet übrigens jeden Samstag und Sonntag, immer zwischen 12 und 18 Uhr. Was die Gäste am Café auf dem Rittergut lieben, frage ich Leona Finke. „Sie kommen wegen der Atmosphäre hier und wegen des Kuchens. Wir beziehen frischen Kuchen von einer Konditorei in Gilde. Der Bäcker backt noch richtig mit Liebe nach 45 Jahre alten Rezepten seiner Mutter“, sagt sie.

Doch im Café kommt auf Wunsch auch deftiges auf den Tisch. Beispielsweise ein Brotzeitteller mit hausgemachter Wurst von den gutseigenen Rindern. Der kleinen Herde von Dexter- und Limousin-Rindern statte ich noch einen kurzen Besuch ab. Richtig niedlich sehen die Tiere aus, aber sie haben respekteinflößende Hörner. Deshalb betrachte ich sie nur aus angemessener Entfernung.

Übernachten auf dem Rittergut

Vorher habe ich allerdings noch die beiden Ferienwohnungen besichtigt, die auf dem Rittergut vermietet werden. Jeweils sechs bis acht Personen finden hier bequem Platz für die Nacht, oder auch für mehrere Nächte. Die Ferienwohnung „Am Gutspark“ verfügt sogar über einen Ausgang zum Park. Hinter lauschigen Büschen können die Bewohner hier die herrliche Ruhe genießen. In der Ferienwohnung „Alte Schmiede“ verteilen sich 110 Quadratmeter Wohnfläche auf drei Ebenen.

Beide Ferienwohnungen sind freundlich hell und mit ganz viel Charme eingerichtet. Den historischen Baukörpern wurde Rechnung getragen: In der Ferienwohnung „Alte Schmiede“ finden sich Elemente des Schmiedehandwerks wieder. Der Steinplattenboden blieb beispielsweise im Eingangsbereich der Wohnung „Am Gutspark“ erhalten.

Tanzen, chillen und feiern in der Wegwarte

Während meines Rundgangs über das Rittergut entdecke ich einen weiteren spannenden Ort – das Wirtshaus Wegwarte. Gefühlt bin ich die Einzige im Nördlichen Harzvorland, die bisher „im Wohnzimmer des Elmrandes“ weder die superknusprige Pizza noch den großen Salatteller mit gebratenem Ziegenkäse genossen hat. Auch habe ich noch nicht nächtelang zur Musik von DJ Lucius alias Wolfgang Goedeke getanzt. Ich beschließe, dass ich beides – essen und tanzen – nachholen muss.

Der Chef und seine Frau sind in der ganzen Region entlang des Elms bekannt wie bunte Hunde. Schließlich betrieb Wolfgang Goedeke 15 Jahre lang das berühmte „Schlucklum in Lucklum“ – einen Jazzclub, in dem sich viele Musiker, die später zu Ruhm und Ehren kamen, ein Stelldichein gaben.

Seit 20 Jahren geben sich nun die Künstler in der Wegwarte die Klinke in die Hand. Axel Bosse ist aus Hamburg eingeflogen, um auf dem Klavier im ehemaligen Stall der Kaltblüter sein Album „Kraniche“ zu komponieren. Das erzählt mir Christina „Rio“ Goedeke, während wir auf der Terrasse die warme Nachmittagssonne genießen – im Hintergrund die Lieblingsfotomotive der amerikanischen Gäste: drei Holztüren mit Herzöffnungen!

„Die Wegwarte ist ein Lebensgefühl“, sagt Christina Goedeke. Das Paar hat viel Herzblut investiert und den Pferdestall zu dem gemacht, was er heute ist: ein stilvoller Veranstaltungsort mit Pferdetränken an der Wand und Fußbodenheizung. Und ein Wirtshaus, in dem man sich trifft, um wieder einmal Neuigkeiten auszutauschen.

Hier gibt es Livemusik, Tanzabende, Kunst und gutes Essen. Außerdem Platz für stilvolle Feiern mit bis zu 180 Personen. „Die Wegwarte steht für ungezwungenes drinnen- oder draußen Sein“, sagt Christina Goedeke und zeigt auf die vielen Ausgangstüren, die auf die Terrasse führen.

Da Wolfsgang Goedeke selbst Küchenchef ist, bestimmt er auch, was auf der Karte steht. Zusätzlich zur Karte bietet die Wegwarte, die von Mittwoch bis Freitag ab 18 Uhr und  sonntags ab 17 Uhr geöffnet hat, zwei oder drei wechselnde Hauptgerichte an. Als ich in Lucklum bin, stehen auf der Tafel Hähnchen-Saltimbocca mit grünen Bohnen, Bratkartoffeln und marinierten Champignons sowie Lachsfilet mit Schafskäse überbacken und Spinat-Kartoffel-Hälften. Auch vegane Weine stehen auf der Karte. „Die Wegwarte ist so konzipiert, wie wir uns Gastronomie wünschen“, sagt Christina „Rio“ Goedeke, als ich mich verabschiede.

Wohlfühlen in der Gaststätte Reitling im Elm

Nun fahre ich weiter ins Reitlingstal hinein. Es geht bergauf, die Straße schlängelt sich zwischen sattgrünen Weiden, Pferdekoppeln und Laubwald. Fast hätte ich den Abzweig zur Gaststätte Reitling im Elm versäumt. Schon beim Aussteigen stelle ich fest: Ich hätte wirklich was versäumt! Von allen Sitzplätzen der Gaststätte schweift der Blick über das liebliche Tal. Er bleibt hängen an einem Teich und an den Pferden, die friedlich vor der Gaststätte Gras knabbern.

Frerk Hennicke, gemeinsam mit seiner Frau Isabel Inhaber der Gaststätte, erzählt mir, dass sie zu Weihnachten 2000 ins Reitlingstal gekommen sind. Schnell war klar, dass das Paar die Nachfolge von Hermann Häuer-Fischer, dem damaligen Wirt, antreten würde. Inzwischen sind die Hennickes längst Eigentümer der Gaststätte. Sie leben auf dem Berg, direkt am Waldrand im Einklang mit der Natur und haben hier ihr Glück gefunden. Im Reitlingstal wurden auch die beiden Töchter geboren.

Wildspezialitäten aus dem eigenen Revier

Dass Isabel und Frerk Hennicke passionierte Jäger sind, sehe ich auf der Speisekarte. Das „Edle Wildrahmgulasch“ wird aus Fleisch aus dem eigenen Revier zubereitet, genauso wie die Keulen von Wildschwein, Reh, Hirschkalb und Damwild. Der Renner bei den jüngeren Gästen ist der Wild-Burger, den die Köche der Gaststätte Reitling im Elm eigens kreiert haben. Cole Slaw, rote Zwiebeln und das Wildschwein-Patty aus dem eigenen Revier – das sind die besonderen Merkmale der Burger-Kreation.

Im Sommer hat die Gaststätte Reitling im Elm an sieben Tagen von 9 bis 19 Uhr geöffnet – mit durchgehend warmer Küche. Tatsächlich kommen bei schönem Wetter schon um 9 die ersten Mountainbiker, Motorradfahrer und Oldtimer-Freunde, um ein Frühstück zu genießen. An lauen, langen Sommertagen bleibt die Gaststätte mit dem wunderschönen Biergarten unter schattigen Laubbäumen bis 21 Uhr offen.

„Wir sehen uns als Ausflugsgaststätte, als Weghaus mit gutbürgerlicher Küche“, sagt Frerk Hennicke. Die Tageskarte wechselt wöchentlich. Hier findet der Gast beispielsweise Kreationen wie hausgemachtes Wildsauerfleisch oder Wildbällchen mit Spargelgemüse. Dazu kommt eine Speisekarte mit kleinen Gerichten, beispielsweise Flammkuchen oder Gutsherrenbrote.

Doch auch im Winter lockt das Reitlingstal. Speziell für die kalte Jahreszeit haben die Hennickes einen Winterbrunch etabliert. Von Anfang November bis Ende März kommt samstags und sonntags eine reiche Auswahl warmer und kalter Köstlichkeiten aufs Buffet.

Traditionelle Konditorkunst: Hier werden Tortenträume wahr

Bekannt ist die Gaststätte bei Erkerode allerdings für ihre Kuchen und Torten. Für viele Braunschweiger hat der sonntägliche Ausflug ins Reitlingstal mit Kaffeetrinken in der Gaststätte Reitling längst Kultstatus. Kein Wunder: Seit 28 Jahren arbeitet Konditor Bernhard Ohlendorf in der hauseigenen Konditorei. Er wollte eigentlich nur einen Sommer als Aushilfe bleiben – und ist noch immer da. Glück für die Hennickes und die Gäste. Denn Bernhard Ohlendorfbackt unvergleichlich fluffige Torten: ohne Zusatzstoffe, nur mit frischen Früchten und Sahne.

„An einem Wochenende gehen hier 50, 60 Torten weg“, sagt Frerk Hennicke. Und er weiß auch, welche Torten die Lieblinge der Gäste sind: Stachelbeerbaiser, Himbeersahne und Nuss-Sahne mit Marzipandecke. Die Nuss-Sahne habe ich probiert und ich kann die Gäste verstehen: Die Torte ist ein zarter Traum, der geschmackvoll auf der Zunge zergeht!

Neben der reichen Tortenauswahl kommt aus der Konditorei Kleingebäck, das nach traditionellen Rezepten gebacken wird: Kalte Schnauze ist ebenso im Angebot wie Mandelhörnchen und Florentiner. Da werden bei mir Kindheitserinnerungen wach!

Familienfeiern mit Wohlfühlfaktor und Aussicht

Doch die Gaststätte Reitling hat eine weitere Spezialität: Familienfeiern. Mit insgesamt rund 280 Sitzplätzen im Innenbereich und bis zu 350 Plätzen auf den Terrassen ist das Haus prädestiniert für große Feiern. „Bei uns fühlen sich alle Generationen wohl: Die Jugend liebt den Wild-Burger, die Großmutter isst Rehkeule und genießt die Aussicht, während die Jüngsten auf dem Spielplatz toben“, weiß Frerk Hennicke.

Für Feiern halten die Hennickes eine kleinere, private Terrasse bereit, die nur von der Reitlingsstube aus zugänglich ist. Hier können bis zu 65 Personen bewirtet werden. Auch das Kaminzimmer, das für 45 Gäste geeignet ist, hat eine eigene Terrasse – mit direktem Zugang zum Spielplatz. Bei Familienfeiern verwöhnt der Konditor die Gäste übrigens mit selbstgemachtem Eis: Grand-Manier-Eis mit hausgemachtem Krokant!

Ferienwohnung im Grünen: das Fuchsrevier

Besuchern, die gerne über Nacht im Reitlingstal bleiben wollen, kann Frerk Hennicke die Ferienwohnung „ Das Fuchsrevier“ empfehlen. Nur vier Gehminuten von der Gaststätte Reitling entfernt empfängt Barbara Koukal bis zu drei Übernachtungsgäste in einer modern eingerichteten Wohnung. Das Fuchsrevier ist die einzige Ferienwohnung im Reitlingstal. Sie ist mit allem ausgestattet, was das Herz inmitten der Idylle begehrt. Sie verfügt über eine Küche mit extra Frühstücksplatz, Bad mit Eckbadewanne beziehungsweise Dusche und einen gemütlichen Wohn/Schlafraum. Im Garten finden die Gäste eine eigene Terrasse.

Gemeinsam haben das Rittergut Lucklum und die Gaststätte Reitling ein Ausflugsangebot für das Reitlingstal entwickelt, das ein Mittagessen im Reitlingstal, eine Führung über das Rittergut sowie Kaffee und Kuchen im Hofcafé des Ritterguts beinhaltet.

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