Sommer im Nördlichen Harzvorland: Gewässer zum Verweilen

Nördliches Harzvorland, Salzgitter-Gebhardshagen: Naturgenuss am Reihersee / Beate Ziehres

An heißen Sommertagen zieht es die Menschen ans Wasser – sei es nun zum erfrischenden Bad, um die Füße abzukühlen oder einfach um die Atmosphäre zu genießen. Mit Picknickdecke und einer kleinen Stärkung bin ich wieder im Nördlichen Harzvorland unterwegs – auf der Suche nach den schönsten Stellen am Wasser.

Der Fümmelsee bei Wolfenbüttel

Wer in nachweislich sauberem Wasser baden möchte, ist am und im Fümmelsee richtig. Das Natur- und Familienbad ist im Besitz des Wolfenbütteler Schwimmvereins von 1921 e.V.. Der Naturbadesee wird durch einen „Pflanzenfilter“, der aus rund 7.000 Schilfpflanzen besteht, gereinigt. So bescheinigt das niedersächsische Landesgesundheitsamt dem Fümmelsee alle Jahre wieder ausgezeichnete Wasserqualität. Die besondere Art der Wasserreinigung wird von der Hochschule Ostfalia wissenschaftlich begleitet.

Dass ein Besuch hier richtig Spaß macht, sehe ich mit eigenen Augen. Von Kindern bis zu Senioren vergnügen sich im Wasser alle Generationen. Im Naturbad Fümmelsee gibt es einen Kinderspielplatz, einen Beach-Volleyball-Platz, Tennisplätze, Liegewiese und eine Boule-Bahn.

Ein weiteres Plus am Fümmelsee: Picknickkorb und Picknickdecke können zuhause gelassen werden. Für einen schönen Tag reicht leichtes Gepäck. Denn Hunger und Durst können im Café und Restaurant Fümmelsee-Terrassen gestillt werden. Für den kleinen Hunger kann man sich auch Pommes, Nuggets oder eine Boulette holen.

Die Karte bietet Anregungen für jeden Geschmack: Serviert werden Flammkuchen, Schnitzel und Salate. Vegetarier mögen vielleicht lieber überbackenen Hirtenkäse oder Tomate-Mozzarella auf Rucola-Bett. Samstags und sonntags gibt es hausgemachten Kuchen.

Parkplätze für Fahrräder, Motorräder und Autos sind in Fümmelse direkt vor dem Eingang. Und das ist nicht der einzige Unterschied zwischen dem Fümmelsee und meinem nächsten Ziel.

Baggersee zwischen Heiningen und Börßum

Ich steuere einen Baggersee zwischen Heiningen und Börßum im Landkreis Wolfenbüttel an. Hier empfiehlt es sich, Autos am Abzweig von der Landesstraße 512 zu parken und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Oder gleich mit dem Fahrrad zu kommen.

Da sich der See auf dem Gelände des Kieswerks Raulfs befindet, muss werktags bis 15.30 Uhr mit Lastwagenverkehr auf der Zufahrtsstraße gerechnet werden. Deshalb sind die guten Parkplätze nahe der Landesstraße, wo der Weg noch breit ist.

Wenn die Aufbauten des Kieswerks schon in Sicht kommen, führt linkerhand ein Wald-Wiesenweg zur südöstlichen Uferzone. Im nördlichen Bereich des Sees ist das Baden ausdrücklich verboten.

Auf der Suche nach einem schönen Platz für eine kleine Pause marschiere ich auf diesem Weg und stelle fest: Ich bin nicht alleine. Es scheint bekannt zu sein, wie zauberhaft blau-grün der See in der Sonne schimmert. An der Stelle, für die ich mich schließlich entscheide, ist die Böschung allerdings zu steil, um auch nur die Füße abzukühlen.

Nördliches Harzvorland: See zwischen Heiningen und Börßum / Beate Ziehres
See zwischen Heiningen und Börßum / Beate Ziehres

So breite ich die Picknickdecke im hohen Gras aus, setze mich und nasche eine mitgebrachte Kleinigkeit. Der See bietet wirklich ein wunderschönes, entspannendes Bild, zumindest nach Süden hin.

Da ich aber an einem Wochentag hierher gekommen bin, erinnert mich das Rattern der Förderbänder daran, dass hier gearbeitet wird. Auch Kiesberge auf der gegenüberliegenden Landzunge zeugen von den wirtschaftlichen Aktivitäten, denen der See seine Existenz verdankt. An Wochenenden dürfte die Ruhe hier ungestört sein.

Im Gegensatz zu einigen Mitmenschen, die diesen Rastplatz schon vor mir genutzt haben, nehme ich meine Verpackungen wieder mit. Ich denke, das gehört sich so!

Nun bin ich auf dem Weg nach Salzgitter-Gebhardshagen. Ich möchte schauen, ob sich auch der Reihersee für eine kleine Auszeit am Wasser anbietet.

Der Reihersee in Salzgitter-Gebhardshagen

An der Gustedter Straße in Gebhardshagen bin ich erst einmal verwirrt. Hier ist kein freier Parkplatz mehr zu finden und viele Leute suchen noch. Sind alle am Reihersee, frage ich mich. Da entdecke ich, dass ich am Waldschwimmbad gelandet bin! Ich fahre noch ein paar Meter weiter bis zum Abzweig des Wanderwegs zum Reihersee und nach Steinlah. Er befindet sich ungefähr auf Höhe des Schützenhauses.

Ich folge der Ausschilderung zu Fuß. Bald zweigt der Weg nach links ab in den Wald hinein und wenige Meter weiter geht es steil bergauf. Salzgitter überrascht mich immer wieder, diesmal mit einem hohen Berg, auf dem ein See liegen soll! Zum Glück habe ich etwas zu trinken mit, sonst hätte ich bei der Hitze ein Problem bekommen.

Nach einer Weile geht es kurz bergab und ich stehe am Reihersee. Hier ist keine Menschenseele! Als ich mich umschaue und den Anblick genieße, glaube ich mich nach Skandinavien versetzt. Der tiefblau schimmernde See ist von grünen Wäldern umgeben. Darüber spannt sich blauer Himmel, kein Laut ist zu hören. Nein, das stimmt nicht ganz! Ein paar Enten schnattern, machen sich aber dünne, als sie mich bemerken.

Nördliches Harzvorland: Der Reihersee / Beate Ziehres
Idyllischer Reihersee in Salzgitter-Gebhardshagen / Beate Ziehres

Hier könnte und dürfte man sogar baden, doch das Wasser macht aus der Nähe betrachtet einen leicht schlammigen Eindruck. Deshalb beschränke ich mich darauf, ein Glas frischen Blutorangensaft zu trinken, mich an den Blümchen am Ufer zu freuen und die herrliche Ruhe zu genießen.

Übrigens: In Salzgitter lädt auch der Salzgittersee zu einem erfrischenden Bad ein. Mehr dazu im Blogpost Auf Landpartie im Nördlichen Harzvorland – Teil 1 .

Als ich meine Decke gerade wieder einrolle, bekomme ich tatsächlich noch menschliche Gesellschaft am Reihersee: eine Frau, die offensichtlich baden gehen will. „Ja“, sagt sie, „hier kann man baden. Aber ich wage mich nicht bis in die Mitte des Sees hinaus.“ Ich wünsche ihr viel Spaß und trete den Rückmarsch an. Denn auf mich wartet noch ein sommerliches Vorabendvergnügen.

KOMM Beach Club am Stadtstrand in Wolfenbüttel

Der allseits beliebte und bekannte Strandwolf am Stadtgraben in Wolfenbüttel hat seit diesem Jahr einen neuen Namen und einen neuen Betreiber. Das Team des KOMM hat die Strandbar übernommen. Sie heißt jetzt Beach Club. Als ich komme, duftet es von der Terrasse verführerisch: Auf dem Grill brutzeln saftige Burger.

Ich vertiefe mich in die Karte und entdecke köstlich klingende Salate wie gegrillten grünen Spargel mit Cocktailtomaten und Parmesan. Fritten werden aus Süßkartoffeln oder normalen Kartoffeln zubereitet und mit Dips angeboten. Auch die verschiedenen Burger-Kreationen klingen verheißungsvoll.

Nördliches Harzvorland: Wolfenbüttel, Beachclub am Stadtgraben / Beate Ziehres
Aus dem Strandwolf wurde der KOMM Beach Club / Beate Ziehres

Ich entscheide mich dafür, in Wassernähe unter einem Baum sitzend die Zehen im weißen, feinen Sand zu vergraben. Das Urlaubsfeeling wird perfekt durch einen alkoholfreien Cocktail. Aus fünf unterschiedlichen Rezepturen kann ich hier auswählen. Hier kann ein schöner Sommertag stilvoll am Sandstrand ausklingen!